German Review of Itch

The following review, in German by Rigobert Dittmann, appeared in Bad Alchemy 60/08 (http://www.badalchemy.de/).

Mit ITCH (LR 516) macht einen Leo bekannt mit dem elektroakustischen
Trio LAPSLAP in Edinburgh. Dabei ist keiner der Drei schottisch,
MICHAEL EDWARDS, der mit Tenorsaxophon & Computer arbeitet, stammt aus
Cheshire, MARTIN PARKER, der Waldhorn & Computer spielt, kommt aus
Staffordshire und die Pianistin KARIN SCHISTEK sogar aus Tirol. In
wechselnden Konstellationen, zu zweit oder zu dritt, ist fast immer ein
Laptop, manchmal auch beide, im Spiel, um den Instrumentalklang zu
verändern. Dass dabei das Zusammenspiel von Akustik und Elektronik
nicht in simpler Arbeitsteilung besteht, zeigt sich bei ‘Spoons’, dem
einzigen Track, der, ganz ohne Computer, besonders elektronisch klingt,
indem Schistek dem Innenklavier unwahrscheinliche Klänge entlockt und
die Bläser mit dem Raumhall zaubern. Wieweit zuvor Parkers Reactive
Sound Environment das Klavier in Spinett- und Bassregister aufspaltete,
um Edwards Tenorsaximprovisation einzuklammern, oder ob er nur die
diffuse Dröhnwolke beisteuerte, sei dahin gestellt. Danach wird es dann
erst richtig seltsam, mit Bläser-, Klavier- und Innenklavierklang, der
so verzerrt, so spitz, so moduliert, so zermorpht, so maximalistisch
aufrauschend, nur einem Midi Wind Controller oder Computerprogramm
entspringen kann. Die drei Lapslaps haben hörbar Spaß daran, das
Klangspektrum spektakulär zu biegen und zu brechen oder – bei ‘Hungry’
- wie einen Teppich auszuklopfen, so dass die Klangdämonen nur so
stauben. Wer von FURT spricht, sollte von LAPSLAP nicht schweigen.





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